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Warnungen und Kommunikation
Wie in Deutschland gewarnt wird, was die Sirenen bedeuten, wie du die Handy-Warnung richtig einstellst – und wie ihr euch erreicht, wenn das Netz überlastet ist oder ausfällt.
Eine Warnung nützt nur, wenn sie dich erreicht – und wenn du weißt, was sie bedeutet. Beides lässt sich in Ruhe vorbereiten, an einem normalen Tag, in ein paar Minuten. Dazu kommt die zweite Hälfte dieses Guides: Wie erreicht ihr euch als Familie, wenn alle gleichzeitig telefonieren wollen oder das Handy gar nicht mehr geht? Auch dafür reichen ein paar Absprachen und ein Zettel.
Auf einen Blick
- Gewarnt wird auf vielen Wegen gleichzeitig: Handy-Warnung (Cell Broadcast), Warn-Apps wie NINA, Radio und Fernsehen, Internet, digitale Anzeigetafeln, Lautsprecherwagen und Sirenen. Fällt ein Weg aus, bleiben die anderen.
- Sirene: eine Minute auf- und abschwellender Heulton heißt „Gefahr – informier dich“. Eine Minute Dauerton heißt „Entwarnung“.
- Bei einer Warnung: Ruhe bewahren, Radio oder Warn-App einschalten, die Hinweise befolgen, andere informieren. Den Notruf nur bei echten Notfällen wählen.
- Ein Radio, das ohne Steckdose läuft, ist der wichtigste Draht nach draußen, wenn Strom, Mobilfunk oder Internet ausfallen.
- Schreiben statt telefonieren: Kurze SMS kommen oft noch durch, wenn Anrufe scheitern. Alle im Haushalt melden sich bei einer Kontaktperson außerhalb der Region – und wenn niemand erreichbar ist, gilt der Plan auf Papier.
Klein anfangen
Jeden Tag eine Kleinigkeit, jede in höchstens zehn Minuten, fast alle kostenlos:
- Handy-Warnung prüfen: Schau in den Einstellungen nach, ob die Notfallwarnungen an sind – auch die niedrigste Stufe „Gefahreninformation“. Wie das geht, steht unten unter „Vorbereiten“.
- Eine Warn-App einrichten: NINA installieren und Orte eintragen – deinen Wohnort, deinen Arbeitsort, den Ort von Eltern oder Kindern. Dazu in Bereitsein bis zu sechs Kreise unter Warnungen wählen.
- Radiosender finden: Batterie- oder Kurbelradio einschalten, den lokalen Sender suchen und die Frequenz auf einen Zettel ans Radio kleben. Kein Radio? Auf die Einkaufsliste damit – bis dahin ist das Autoradio deine Reserve.
- Kontaktperson fragen: Ruf jemanden an, der weiter weg wohnt, und frag, ob er oder sie im Ernstfall eure „Zentrale“ sein mag. Trag die Person im Familienplan ein.
- Nummern auf Papier: Die wichtigsten Telefonnummern auf einen Zettel – einen ins Portemonnaie, einen ins Notgepäck, einen für jedes Kind.
- Anlaufstelle erfragen: Schau auf der Internetseite deiner Gemeinde nach, ob es Notfalltreffpunkte oder „Katastrophenschutz-Leuchttürme“ gibt und wo der nächste ist.
- Den Warn-Check machen: In der Übung gibt es den „Radio- und Warn-Check“ – am besten am bundesweiten Warntag im September, die Radio- und App-Schritte gehen aber jederzeit.
Verstehen
Warum es so viele Warnwege gibt
Kein Warnweg erreicht alle Menschen. Sirenen gibt es nicht überall (BBK), ältere Handys empfangen die Handy-Warnung womöglich nicht (BBK), und bei einem Stromausfall oder wenn das Mobilfunknetz ausfällt, funktionieren viele Warnkanäle nicht mehr (BBK-Ratgeber).
Deshalb setzen die Behörden in Deutschland auf einen Warnmittel-Mix: Mehrere Kanäle ergänzen sich, so erreichen die warnenden Stellen mehr Menschen (BBK). Sirenen sind laut, können aber nur wenige Signale geben. Apps und Radio transportieren dafür viel mehr Information – was los ist und was du tun sollst. Die meisten Informationen bekommst du über Warn-Apps und Radio; in besonderen Gefahrenlagen wird zusätzlich über Sirenen und Handys gewarnt (BBK-Ratgeber).
Die Warnwege im Einzelnen
Handy-Warnung (Cell Broadcast). Seit dem 23. Februar 2023 schicken die Behörden Warnungen direkt aufs Handy (BBK). Die Nachricht geht an alle Geräte, die gerade in einer Funkzelle eingebucht sind – niemand braucht dafür deine Nummer, und es werden keine persönlichen Daten erhoben. Du brauchst keine App, aber ein Gerät mit aktuellem System: Android ab Version 11 oder iOS ab Version 16.1, jeweils mit installierten Updates. Das Handy muss eingeschaltet sein, darf nicht im Flugmodus sein, und das Mobilfunknetz muss funktionieren. Die Warnung kommt als Text mit höchstens 500 Zeichen, mit Ton, optischem Signal und Vibration, und verweist auf das Warnportal des Bundes (warnung.bund.de) für den vollständigen Text. Ältere Geräte, die keine Updates mehr bekommen, empfangen die Warnung womöglich nicht (BBK). Gesendet wird auf Deutsch und Englisch (BBK, international visitors).
Warn-Apps. Die Warn-App NINA des Bundes bringt Warnungen des Bevölkerungsschutzes, seit Juli 2025 auch der Polizei, dazu Wetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes und Hochwasserinformationen der Länder (BBK). Du abonnierst Orte – Landkreise, Gemeinden oder einen Umkreis um einen Ort – und kannst dich zusätzlich für deinen aktuellen Standort warnen lassen. Für Orte, die du nicht abonniert hast, bekommst du keine Warnungen; das BBK rät, mindestens Wohn- und Arbeitsort einzutragen. Daneben gibt es KATWARN, BIWAPP und regionale Apps (BBK). Für Wetter und Hochwasser sind die kostenlosen Apps WarnWetter des Deutschen Wetterdienstes und Meine Pegel gedacht. Eine Übersicht steht unter Apps.
Radio und Fernsehen. Bundesweite, landesweite und viele lokale Radiosender geben Warnungen weiter, analog und digital (DAB+), ebenso die großen Fernsehsender (BBK). Radio hat einen besonderen Vorteil: Wenn Mobilfunk und Internet ausfallen, funktionieren die Sender in der Regel noch – und ein Batterie-, Kurbel- oder Autoradio braucht keinen Strom aus der Steckdose (BBK-Ratgeber).
Internet. Viele Nachrichtenseiten sind an das Modulare Warnsystem des Bundes (MoWaS) angeschlossen und zeigen amtliche Warnungen als Eilmeldung. Alle aktuellen Warnungen stehen auf warnung.bund.de (BBK).
Digitale Anzeigetafeln. Stadtinformationstafeln, die an MoWaS angeschlossen sind, und manche Fahrgastinformationen von Bus und Bahn zeigen Warnungen an (BBK).
Lautsprecherwagen. Bei örtlichen Lagen fahren Feuerwehr oder Polizei durch die Straßen und sagen durch, was zu tun ist (Stadt Münster).
Sirenen. Sie wecken Aufmerksamkeit, sagen aber nicht, was los ist. Die Kommunen kaufen und betreiben sie, und sie sind in Deutschland nicht flächendeckend vorhanden (BBK). Ob es bei dir Sirenen gibt, weiß deine Gemeinde.
Wie ernst ist es? Die Warnstufen
Amtliche Warnungen des Bevölkerungsschutzes haben drei Stufen (BBK):
| Stufe | Bezeichnung | Bedeutung |
|---|---|---|
| hoch | Amtliche Gefahrendurchsage | Gefahr für Leben, Sachen oder Infrastruktur droht oder ist da. Der normale Alltag ist nicht mehr möglich. |
| mittel | Amtliche Gefahrenmitteilung | Gefahr für die öffentliche Sicherheit oder erhebliche Schäden. Der Alltag ist stark beeinträchtigt. |
| niedrig | Gefahreninformation | Eine Beeinträchtigung gibt es oder sie wird erwartet, eine konkrete Gefahr darüber hinaus eher nicht. |
Bei der Handy-Warnung entsprechen diesen Stufen die Warnstufen 1 bis 3. Stufe 1 lässt sich nicht abschalten, die Stufen 2 und 3 je nach Gerät schon (BBK). Schalte die niedrigste Stufe trotzdem nicht ab: Über sie kommt seit November 2025 auch die Entwarnung (mehr dazu unter „Danach“).
Wetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes haben eigene Stufen und Farben: Stufe 1 gelb (Wetterwarnung), Stufe 2 orange (markantes Wetter), Stufe 3 rot (Unwetterwarnung) und Stufe 4 violett (extremes Unwetter). Ab Rot rät der DWD, sich nicht unnötig draußen aufzuhalten; bei Violett können lebensbedrohliche Situationen entstehen, dann gelten die Anweisungen der Behörden. Eine schraffierte „Vorabinformation Unwetter“ heißt: Es könnte sehr gefährlich werden, Ort und Zeit sind aber noch unsicher – gut, um sich in Ruhe vorzubereiten (DWD). Mehr im Guide Unwetter.
Die Sirenensignale
Seit 2019 gelten bundesweit einheitlich zwei Signale (BBK):
| Signal | Bedeutung | Was tun |
|---|---|---|
| 1 Minute auf- und abschwellender Heulton | Warnung – es besteht Gefahr | Informieren: Radio, Warn-App oder Internetseite der Behörden |
| 1 Minute Dauerton | Entwarnung – die Gefahr ist vorbei | Weiter auf Hinweise achten |
Die Gemeinden können für andere Ereignisse eigene, zusätzliche Signale verwenden, und Sirenen alarmieren auch die Feuerwehr. Was ein örtliches Signal bedeutet, erfährst du bei deiner Stadt- oder Gemeindeverwaltung (BBK). Was du bei einer Sirenenwarnung Schritt für Schritt tust, steht unter „Im Ernstfall“.
Der bundesweite Warntag
Einmal im Jahr, am zweiten Donnerstag im September, testen Bund, Länder und Kommunen gemeinsam ihre Warnmittel (Bundesregierung, BBK). 2026 war das am 10. September: Gegen 11 Uhr löste das BBK eine Probewarnung aus, die über Radio, Fernsehen, Anzeigetafeln, Warn-Apps und Cell Broadcast lief; viele Kommunen ließen dazu Sirenen und Lautsprecherwagen laufen. Gegen 11:45 Uhr folgte die Entwarnung. Der nächste Warntag ist am 9. September 2027 um 11 Uhr (Bundesregierung). Die Kommunen machen freiwillig mit – frag bei deiner nach, was sie testet (BBK). In Nordrhein-Westfalen werden die Sirenen zusätzlich am zweiten Donnerstag im März getestet (Stadt Münster).
Der Warntag ist dein Test: Kam die Handy-Warnung? Hast du die Sirene gehört? Lief die App? Genau das fragt der „Radio- und Warn-Check“ in der Übung ab. Und wenn das Handy stumm blieb: Ältere Geräte können Cell Broadcast womöglich nicht – dann sind App, Radio und Sirene umso wichtiger (Bundesregierung).
Warum das Netz in der Krise eng wird
Bei außergewöhnlichen Ereignissen sind die Mobilfunknetze schnell überlastet (BBK Stromausfall). Fällt zusätzlich der Strom aus, wird es noch enger: Handymasten sind nur teilweise und nur für kurze Zeit mit Notstrom versorgt, und das Festnetz läuft heute über das Internet – Router, Glasfaseranschluss und Telefon brauchen Strom. Nach kurzer Zeit stehen dann weder Festnetz noch Mobilfunk zur Verfügung (BBK Stromausfall).
Darum gilt: schreiben statt telefonieren. Eine Textnachricht braucht weniger Netzkapazität als ein Gespräch, kommt oft noch durch, wenn Anrufe scheitern, und blockiert keine Leitungen, die Einsatzkräfte brauchen (Government of Canada, FEMA). Wer das Telefonieren aufs Nötigste beschränkt, hilft mit, dass Polizei und Feuerwehr im Notfall erreichbar bleiben (BBK Stromausfall).
Auch deshalb ist eine Kontaktperson außerhalb der Region so wertvoll: Wer weiter weg wohnt, ist im Ernstfall oft leichter zu erreichen (FEMA).
Quellen für diesen Abschnitt: BBK-Ratgeber (11/2025), BBK „So werden Sie gewarnt“, „Sirenen“, „Cell Broadcast“, „Cell Broadcast: Technische Informationen“, „Wann und wovor warnen deutsche Behörden?“, „Warn-App NINA“, „Bundesweiter Warntag“, „Emergency information sources for international visitors“, BBK „Stromausfall – Vorsorge und Selbsthilfe“, Bundesregierung „Bundesweiter Warntag“ (9/2026), DWD „Warnstufen und Farbskala“, Stadt Münster, Government of Canada (9/2025), FEMA Family Communication Plan.
Vorbereiten
Die Handy-Warnung einstellen
Auf aktuellen Geräten ist Cell Broadcast normalerweise schon an. Prüfen lohnt sich trotzdem, denn die Menüs heißen je nach Hersteller und Version anders. Ein Merkblatt des Kreises Gütersloh beschreibt die Wege so:
iPhone
- Einstellungen öffnen und Mitteilungen wählen.
- Ganz nach unten scrollen. Dort stehen die Warnungen (zum Beispiel „Cell Broadcast Alerts“).
- „Extreme Gefahr“ und „Gefahreninformationen“ einschalten.
Android
- Einstellungen öffnen und Benachrichtigungen wählen.
- „Notfallbenachrichtigungen für Mobilgeräte“ öffnen. Je nach Gerät findest du den Punkt auch über die Nachrichten-App oder indem du in den Einstellungen nach „Notfall“ suchst.
- „Extreme Gefahr“, „Erhebliche Gefahr“ und „Gefahreninformation“ einschalten.
Die Option „Testwarnung“ musst du laut dem Merkblatt nicht einschalten; sie dient internen Tests der Netzbetreiber. Wichtig ist vor allem die niedrigste Stufe: Das BBK empfiehlt ausdrücklich, Warnstufe 3 eingeschaltet zu lassen, damit dich auch die Entwarnung erreicht. Und: Systemupdates installieren – ohne aktuelle Software kommt die Entwarnung nicht leise, sondern mit dem lauten Warnton (BBK).
Warnung weggeklickt? Auf Android-Geräten landen empfangene Warnungen in einem Archiv (wo, hängt vom Gerät ab). iPhones haben kein solches Archiv (BBK). Dann findest du die Warnung auf warnung.bund.de/meldungen – Entwarnungen stehen dort sechs Stunden lang (BBK).
Eine Warn-App einrichten
Die Handy-Warnung kommt nur in besonderen Gefahrenlagen (BBK-Ratgeber) und ist kurz. Das BBK empfiehlt deshalb, zusätzlich die Warn-App NINA zu installieren (BBK). So richtest du sie gut ein:
- Orte abonnieren: Wohnort und Arbeitsort, dazu Schule oder Kita und den Ort von Eltern oder anderen Angehörigen. Für andere Orte bekommst du keine Warnungen (BBK).
- Benachrichtigungen erlauben – auch für deinen aktuellen Standort, wenn du möchtest. Der Standort wird nur auf dem Gerät geprüft und nicht auf einem Server gespeichert (BBK).
- Ab der niedrigsten Stufe warnen lassen: Das BBK empfiehlt, die Bevölkerungsschutz-Warnungen ab „Gefahreninformation“ einzuschalten.
- Auf dem iPhone rät das BBK außerdem: in den Mitteilungen für NINA den „Kritischen Hinweis“ erlauben (damit eine Warnung auch im Nicht-stören-Modus hörbar ist), in der App unter „Bevölkerungsschutz-Warnungen“ den „Kritischen Alarm“ einschalten, Hintergrundaktualisierung an, Standort auf „Immer“, und im App Store „Unbenutzte Apps auslagern“ aus. Für zuverlässige Warnungen im Alltag empfiehlt es, den Stromsparmodus auszuschalten.
- Auf Android gibt das BBK eine eigene Anleitung für Benachrichtigungen und Akkueinstellungen heraus – der Link steht auf der NINA-Seite des BBK.
In Bereitsein wählst du unter Warnungen bis zu sechs Landkreise oder kreisfreie Städte, etwa Wohnort, Arbeit, Schule und Verwandte. Bereitsein lädt die amtlichen Warnungen aus NINA, wenn du die App öffnest. In der Android-App prüft es bei eingeschalteten Benachrichtigungen außerdem im Hintergrund etwa alle 30 Minuten und meldet neue Warnungen – Android kann das beim Akkusparen verzögern. Der letzte Stand bleibt gespeichert und ist auch ohne Netz lesbar. Für Warnungen sofort und rund um die Uhr brauchst du trotzdem Cell Broadcast und eine Warn-App.
Radio: dein Draht nach draußen
Wenn Mobilfunk und Internet nicht mehr gehen, fallen auch Warn-Apps und Handy-Warnungen aus – Radiosender funktionieren dann aber noch (BBK-Ratgeber). Deshalb gehört ein Batterie-, Solar- oder Kurbelradio in jeden Haushalt, mit Ersatzbatterien (BBK-Ratgeber). Auch das Autoradio zählt.
- Sender notieren: Schreib die Frequenzen deiner lokalen Sender auf und bewahr den Zettel bei Radio und Taschenlampe auf, wo du ihn auch im Dunkeln findest (UK Government, Be Ready). Manche Städte nennen auf ihrer Internetseite den Sender, über den sie informieren – Münster etwa zwei lokale Sender (Stadt Münster).
- Notstrom bei Sendern: Manche Sender sind gut abgesichert. In Bayern haben die großen Sendeanlagen des Bayerischen Rundfunks zum Beispiel Diesel für sieben Tage (Stadt Nürnberg). Wie es bei dir aussieht, sagt dein Sender.
- Handy als Radio? Radio-Apps, die übers Internet streamen, fallen mit dem Netz aus. Ein eigenes Radiogerät ist die sichere Wahl. Mehr zum Radio im Stromausfall: Stromausfall.
Kontakte und Absprachen
Im Ernstfall ist selten die ganze Familie an einem Ort. Darum braucht ihr Absprachen, die auch ohne Netz funktionieren.
- Eine Kontaktperson außerhalb der Region: Alle im Haushalt melden sich bei ihr. Sie sammelt die Nachrichten und weiß, wer wo ist (FEMA, Government of Canada). Im Familienplan gibt es dafür einen eigenen Kontakt.
- Nummern auf Papier: Eine ausgedruckte oder handgeschriebene Liste hilft, wenn du an deine gespeicherten Kontakte nicht herankommst (BBK-Ratgeber). Dazu gehören Familie, Nachbarn, Arztpraxis, Pflegedienst, Hausverwaltung, Stromnetzbetreiber und Notrufnummern (Verbraucherzentrale). Kopien gehören ins Portemonnaie, ins Auto, an den Arbeitsplatz und ins Notgepäck; den Plan einmal im Jahr durchsehen (FEMA).
- Treffpunkte: Vereinbart Orte, an denen ihr euch trefft, wenn ihr euch nicht erreicht (UK Government, Be Ready). Wie ihr drei gute Treffpunkte findet, steht im Guide Evakuierung und Familienplan.
- „Wenn niemand erreichbar ist“: Schreibt im Familienplan in ein, zwei Sätzen auf, was dann jede und jeder tut – so, dass es auch Kinder verstehen. Zum Beispiel: zum Treffpunkt 1 gehen und zu jeder vollen Stunde dort warten, einen Zettel mit Uhrzeit und Ziel hinterlassen, sich bei der Kontaktperson melden, sobald es geht. Feste Zeiten haben den Vorteil, dass niemand den ganzen Tag warten oder das Handy eingeschaltet lassen muss.
- Eine Mustermeldung: Überlegt, was in eine kurze Nachricht gehört: wer, wie es geht, wo du bist, was als Nächstes kommt. Bei einem Anruf gilt dasselbe: kurz und nur das Wichtigste (Government of Canada). Zum Beispiel: „Bin okay. Bei der Arbeit. Gehe zu Treffpunkt 2.“
- Plan teilen: Den Familienplan druckt ihr aus oder gebt ihn per QR-Code von Handy zu Handy weiter, ganz ohne Internet.
Akku und Strom fürs Handy
- Powerbank: aufgeladen, mit passendem Kabel. Damit lädst du Handy oder Laptop auch im Stromausfall (BBK-Ratgeber). Lade Powerbanks, Akkus und Ersatzbatterien regelmäßig nach, besonders wenn Unwetter angekündigt ist (Verbraucherzentrale). Solar-Ladegeräte sind eine Ergänzung (BBK).
- Geräte geladen halten: Handy, Laptop und schnurlose Telefone (BBK).
- Erreichbar bleiben: Wenn eine Krise dich betrifft, lass das Handy auch nachts empfangsbereit (BBK-Ratgeber).
- Wird der Strom knapp: Geräte sparsam nutzen, bis du wieder laden kannst, und die Taschenlampe des Handys meiden – sie leert den Akku schneller; nimm lieber eine Taschenlampe (UK Government, Be Ready). Informationen holst du dir dann über das Radio.
Weitere Tipps zum Handy im Stromausfall stehen im Guide Stromausfall.
Festnetz und Internet-Telefon im Stromausfall
Früher hielt das analoge Festnetz bei einem Stromausfall noch mehrere Stunden durch. Seit die Telefonie über das Internet läuft (Voice-over-IP), brauchen Router, Glasfaseranschluss und Telefon Strom – fällt der aus, ist das Telefon zu Hause stumm (BBK Stromausfall, Verbraucherzentrale). Auch Dienste wie der Hausnotruf können gestört sein oder ausfallen (BBK Stromausfall). Wer darauf angewiesen ist, klärt mit dem Anbieter, was im Stromausfall passiert, und überlegt mit Angehörigen und Nachbarn, wer dann nachschaut.
Anlaufstellen deiner Gemeinde kennen
Es hilft zu wissen, wo du dich im Notfall vor Ort informieren kannst, zum Beispiel im Rathaus oder an einem Notfalltreffpunkt (BBK-Ratgeber). Viele Kommunen nennen solche Anlaufstellen Katastrophenschutz-Leuchttürme; dort kannst du auch einen Notruf absetzen, wenn das Telefonnetz ausfällt (BBK Stromausfall). Wie sie heißen und was sie bieten, ist von Ort zu Ort verschieden:
- In Berlin öffnen Katastrophenschutz-Leuchttürme erst in einer Gefahrenlage, etwa bei einem langen Stromausfall, und die Öffnung wird eigens bekannt gegeben. Sie tragen ein bundesweit einheitliches Logo, und es können Notrufe abgesetzt werden (Land Berlin). In Friedrichshain-Kreuzberg gibt es dort Informationen zur Lage und zur Selbsthilfe; ein Notruf wird an Feuerwehr oder Polizei weitergeleitet (Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg).
- In Baden-Württemberg sollen Notfalltreffpunkte Schutz, Erste Hilfe, aktuelle Informationen und das Nötigste wie Wasser und Lebensmittel bieten (Innenministerium Baden-Württemberg).
- In Nürnberg heißen sie Notfall-Infopunkte, laufen mit Notstrom und sind über die Stadt verteilt in Fußnähe (Stadt Nürnberg); in Münster gibt es Notrufmeldestellen, etwa an Feuer- und Polizeiwachen (Stadt Münster).
Nicht überall gibt es sie schon – in manchen Berliner Bezirken sind sie noch in Planung oder nicht einsatzbereit (Land Berlin, Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg). Frag bei deiner Gemeinde nach, druck dir den Standort aus und trag ihn im Familienplan als wichtigen Ort ein. Wenn du keinen Notruf absetzen kannst und es keine Anlaufstelle gibt: Geh im Notfall, wenn möglich, zur nächsten Polizeiwache oder ins Krankenhaus (BBK-Ratgeber).
Funkgeräte: PMR446
Wenn ihr in der Nähe seid, aber kein Netz habt – im Haus, in der Siedlung, auf dem Weg zum Treffpunkt –, helfen einfache Handfunkgeräte für PMR446. Die wichtigsten Fakten:
- Ohne Anmeldung und ohne Einzelgenehmigung: Die Bundesnetzagentur hat die Frequenzen 446,0 bis 446,2 MHz in einer Allgemeinzuteilung „zur Nutzung durch die Allgemeinheit“ freigegeben (Vfg. 91/2025, befristet bis Ende 2035). Europaweit sind PMR446-Geräte von der Einzelgenehmigung befreit, jeder darf sie benutzen und mitnehmen (ECC).
- Kleine Leistung, eingebaute Antenne: höchstens 500 Milliwatt. Erlaubt sind nur tragbare Geräte mit fest eingebauter Antenne – keine Basisstation, kein Verstärker (Repeater), kein Netz (Bundesnetzagentur, ECC).
- Kurze Reichweite: Die Geräte sind für kurze Entfernungen von Gerät zu Gerät gedacht (Bundesnetzagentur, ECC). Wie weit es reicht, hängt stark von Gebäuden und Gelände ab – probiert es aus.
- Gemeinsame Kanäle: Analoge Geräte nutzen Kanäle mit 12,5 kHz Abstand, das ergibt im Band 16 Kanäle (ECC). Alle teilen sich dieselben Frequenzen ohne Absprache, und auf einem Kanal kann immer nur einer sprechen, während die anderen hören (ECC).
So nutzt ihr sie: Kanal vorher absprechen und aufschreiben – zum Beispiel im Familienplan unter „Wenn niemand erreichbar ist“ und auf dem Zettel im Notgepäck. Zu festen Zeiten einschalten spart Batterie. Ersatzbatterien dazulegen und die Geräte ab und zu testen. Die Kanäle teilen sich alle – mithören kann jeder in der Nähe, also nichts Vertrauliches durchgeben.
Amateurfunk ist etwas anderes: Dafür braucht man eine Prüfung bei der Bundesnetzagentur, eine Zulassung und ein eigenes Rufzeichen. Seit Juni 2024 gibt es eigene Rufzeichen für Mitglieder von Hilfsorganisationen, die im Not- und Katastrophenfall Amateurfunk nutzen (Bundesnetzagentur). Für die Familienvorsorge ist das kein Muss.
Varianten für euren Haushalt
Mit Hörbehinderung
- Sirenen und Radio erreichen dich nicht oder nur schlecht – umso wichtiger sind Handy-Warnung und Warn-App. Cell Broadcast kombiniert Ton, optisches Signal und Vibration (BBK).
- Die Notruf-App nora setzt einen Notruf ab, ohne dass du sprechen musst. Vorher registrieren (BBK-Ratgeber).
- Rauchmelder mit Vibrations- und Lichtalarm gibt es für Menschen mit Höreinschränkung (BBK-Ratgeber).
- Ein Notfallausweis kann zeigen, wie man mit dir kommunizieren kann; Stift und Papier helfen im Gespräch mit Einsatzkräften (BBK-Ratgeber).
- Das BBK bietet Informationen zur Warnung auch in Deutscher Gebärdensprache an (BBK).
- Sprich mit Nachbarn und Familie darüber, wie sie dich im Ernstfall informieren können (BBK-Ratgeber).
Mit Sehbehinderung
- Radio, Ton und Vibration der Handy-Warnung brauchen keinen Blick aufs Display (BBK). Prüf, ob die Bedienungshilfen deines Handys Warnungen vorlesen.
- Ersatz-Batterien und Ladegeräte für technische Hilfsmittel gehören in die Vorsorge (BBK-Ratgeber).
- Überleg, wer dich unterstützt, wenn du Fluchtwege nicht allein nutzen kannst (BBK-Ratgeber).
Mit Kindern
- Vor dem Warntag mit Kindern sprechen und erklären, dass es nur ein Test ist (BBK).
- Den Notfallplan von Schule oder Kita erfragen und festlegen, wer die Kinder abholen darf, wenn ihr es nicht schafft (Government of Canada).
- Kinder kennen ihre Kontaktdaten: Name, Adresse und eine Telefonnummer (Government of Canada). Ein Zettel mit Nummern kommt in die Schultasche. Ehrlich erklären, worum es geht, und den Plan gemeinsam machen (Government of Canada). Mehr im Guide Kinder in Krisen.
Ältere Menschen und Menschen mit Pflegebedarf
- Handy der Eltern prüfen: Ältere Geräte empfangen Cell Broadcast womöglich nicht (Bundesregierung). Abonniere ihren Wohnort zusätzlich in deiner Warn-App.
- Warnungen weitergeben: Vielleicht haben nicht alle die Information bekommen (BBK-Ratgeber). Sprich mit Nachbarn ab, wer bei wem nachschaut, besonders bei Menschen, die allein leben (UK Government, Be Ready).
- Auch ältere Menschen können laute Warnsignale erschrecken – vor dem Warntag kurz Bescheid sagen (BBK).
- Mehr im Guide Pflegebedürftige und Haustiere und Nachbarschaftshilfe.
Wenn Deutsch nicht deine erste Sprache ist
- Die Handy-Warnung kommt auf Deutsch und Englisch (BBK). Die wichtigsten Inhalte der App NINA gibt es auf Arabisch, Englisch, Französisch, Polnisch, Russisch, Spanisch und Türkisch, dazu in Leichter Sprache (BBK).
- Der BBK-Ratgeber zur Notfallvorsorge wird in sieben Sprachen übersetzt, dazu in Leichte Sprache und Gebärdensprache (BBK, 10/2025).
- Menschen, die vor Krieg geflüchtet sind, können laute Warnsignale besonders belasten. Das BBK rät, sie vor dem Warntag darauf vorzubereiten (BBK).
Mit Haustieren
- Tiere vor dem Warntag auf laute, plötzliche Geräusche vorbereiten (BBK).
Quellen für diesen Abschnitt: BBK-Ratgeber (11/2025), BBK „Cell Broadcast“, „Cell Broadcast: Technische Informationen“, „Cell Broadcast: Entwarnung“, „Warn-App NINA“, „Warn-App NINA – Einstellung für iOS“, „Bundesweiter Warntag“, „Emergency information sources for international visitors“, BBK-Pressemitteilung (10/2025), BBK „Stromausfall – Vorsorge und Selbsthilfe“, BBK „Vorsorge und Handeln bei Stromausfall“, Kreis Gütersloh (12/2022), Bundesregierung (9/2026), Bundesnetzagentur Vfg. 91/2025 und „Amateurfunk“, ECC/DEC/(15)05, Verbraucherzentrale (1/2026), Land Berlin, Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, Innenministerium Baden-Württemberg (9/2022), Stadt Nürnberg (9/2026), Stadt Münster, FEMA, Government of Canada (9/2025), UK Government „Be Ready“.
Im Ernstfall
Wenn eine Warnung kommt
Jede amtliche Warnung enthält Empfehlungen, was du tun sollst – passend zur Lage (BBK). Darum zuerst lesen, dann handeln:
- Ruhe bewahren und die Warnung lesen. Befolge die kurzen Hinweise in der Nachricht, so gut es geht (BBK).
- Mehr erfahren. Eine Handy-Warnung hat nur wenige Zeichen. Schalte das Radio ein (lokaler Sender), öffne die Warn-App oder warnung.bund.de (BBK).
- Die Hinweise befolgen. Je nach Lage heißt das zum Beispiel: bei giftigem Rauch in einen geschlossenen Raum gehen und Fenster und Türen schließen; Gebäude verlassen, die einzustürzen drohen; Abstand zu beschädigten Strommasten halten (BBK).
- Im Auto oder auf dem Rad die Warnung nicht während der Fahrt lesen. Erst sicher anhalten – oder Radio hören (GOV.UK).
- Andere informieren. Gib amtliche Warnungen an Nachbarn, Freunde und Familie weiter – vielleicht haben nicht alle sie bekommen (BBK-Ratgeber). Hilf Menschen, die Hilfe brauchen (Stadt Münster).
- Notruf frei halten. 110 und 112 nur bei einem echten Notfall, nicht für Auskünfte (Stadt Münster).
- Erreichbar bleiben und das Handy auch nachts empfangsbereit lassen (BBK-Ratgeber).
Wenn die Sirene heult
Die Sirene sagt nur: Es gibt eine Gefahr. Was los ist, erfährst du über Radio, App oder Durchsagen. Die Stadt Münster beschreibt die Schritte so:
- Ruhe bewahren.
- Ein Gebäude aufsuchen.
- Nachbarn informieren.
- Türen und Fenster schließen, Klima- und Lüftungsanlagen ausschalten.
- Radio einschalten – bei Stromausfall Auto- oder Batterieradio.
- Hilfebedürftigen und Kindern helfen, Passanten aufnehmen.
- 110 und 112 nicht mit Nachfragen blockieren.
Wenn die Warnung etwas anderes sagt – etwa, ein Gebiet zu verlassen –, gilt die Warnung. Wie eine Evakuierung abläuft, steht im Guide Evakuierung und Familienplan.
Die Familie erreichen
- Eine kurze SMS an die Kontaktperson – nicht an alle einzeln, und lieber schreiben als anrufen (FEMA, Government of Canada). Unter Notfall schickt Bereitsein mit einem Tipp eine SMS an die Handynummern aus eurem Plan, auf Wunsch mit deinem Standort.
- Nur das Wichtigste: wer, wie es dir geht, wo du bist, wohin du gehst. Musst du anrufen, fass dich kurz (Government of Canada).
- Nicht ständig neu wählen. Telefonieren aufs Nötigste beschränken – das entlastet das Netz für Notrufe (BBK Stromausfall).
- Kein Empfang? Schon ein paar Schritte weiter kann der Empfang besser sein. Geht noch ein WLAN, funktioniert vielleicht WLAN-Telefonie (UK Government, Be Ready).
- Niemand erreichbar? Dann gilt euer Plan: „Wenn niemand erreichbar ist“, Treffpunkt, feste Zeiten. Niemand muss erreichbar sein, damit alle wissen, wohin.
Wenn das Netz ganz ausfällt
- Radio ist jetzt deine Informationsquelle. Zu festen Zeiten einschalten spart Batterien. Gib weiter, was du hörst – nicht alle haben ein Radio.
- Zum Treffpunkt, wie vereinbart. Einen Zettel hinterlassen: wer, wann, wohin.
- Funkgeräte für die Nähe: auf dem verabredeten Kanal, zu verabredeten Zeiten.
- Gesehen und gehört werden: Bist du eingeschlossen oder musst auf dich aufmerksam machen, blinkt dein Handy unter Signal SOS mit der Lampe oder gibt einen Pfeifton – ohne Netz.
- Notruf ohne Telefon: zur Anlaufstelle der Gemeinde, sonst zur nächsten Polizeiwache oder ins Krankenhaus (BBK-Ratgeber, BBK Stromausfall).
Gerüchte und Falschmeldungen
In unklaren Lagen kursieren widersprüchliche und falsche Informationen, besonders in sozialen Netzwerken – manche werden sogar absichtlich gestreut. Je dramatischer eine Meldung, desto schneller wird sie geteilt (BBK-Ratgeber). Darum: erst prüfen, dann weiterleiten. Wer hat das zuerst veröffentlicht? Ist die Quelle seriös, gibt es ein Impressum mit Namen und Anschrift? Werden Fakten belegt (BBK-Ratgeber)? Verlass dich auf amtliche Warnungen: Bei der Handy-Warnung steht die absendende Behörde in der Nachricht, und alle Warnungen lassen sich auf warnung.bund.de nachprüfen (BBK).
Notruf
Ein Stromausfall oder eine Warnung allein ist kein Notfall. Bei früheren Stromausfällen wurde der Notruf oft für Auskünfte gewählt, und echte Notrufe kamen verzögert an (BBK Stromausfall). Wähl 110 oder 112 nur, wenn wirklich Gefahr besteht. Wie ein Notruf abläuft und welche Fragen die Leitstelle stellt, steht im Guide Erste Hilfe.
Quellen für diesen Abschnitt: BBK-Ratgeber (11/2025), BBK „Cell Broadcast“, „Wann und wovor warnen deutsche Behörden?“, BBK „Stromausfall – Vorsorge und Selbsthilfe“, Stadt Münster, GOV.UK „Emergency Alerts“, UK Government „Be Ready“, FEMA, Government of Canada (9/2025).
Danach
Die Entwarnung
- Sirene: eine Minute Dauerton (BBK).
- Handy: Seit dem 25. November 2025 kommt auch die Entwarnung per Cell Broadcast. Sie wird immer in der niedrigsten Stufe „Gefahreninformation“ gesendet, damit sie leiser ist – im Betreff steht „ENTWARNUNG“ (bei englischer Spracheinstellung „ALL CLEAR“). Sie ist etwas kürzer als die Warnung und verlinkt nicht auf die ursprüngliche Meldung (BBK).
- Keine Entwarnung bekommen? Das kann passieren, wenn du die Funkzelle verlassen hast, Warnstufe 3 ausgeschaltet ist, das Handy aus oder im Flugmodus war oder du gerade im Funkloch warst. Umgekehrt kann eine Entwarnung kommen, obwohl du die Warnung nie bekommen hast – weil du zur Zeit der Warnung woanders warst (BBK). Im Zweifel: warnung.bund.de/meldungen oder Radio.
- Entwarnung heißt nicht „alles wie vorher“. Beeinträchtigungen können weitergehen, und Folgen eines Ereignisses können eine neue Warnung nötig machen. Bleib aufmerksam (BBK).
Auffüllen und verbessern
- Laden und auffüllen: Powerbank und Handy laden, Batterien für Radio, Taschenlampe und Funkgeräte ersetzen.
- Zusammensetzen: Was hat geklappt? Kam die Warnung bei allen an? Wer war nicht erreichbar, und warum?
- Plan anpassen: Nummern, Kontaktperson, Treffpunkte, Funkkanal – im Familienplan ändern, neu ausdrucken, per QR-Code neu verteilen.
- Rückmeldung geben: Nach dem bundesweiten Warntag fragt das BBK in einer Online-Umfrage nach euren Erfahrungen (Bundesregierung).
- Üben: Den „Radio- und Warn-Check“ in der Übung spätestens zum nächsten Warntag wiederholen.
Quellen für diesen Abschnitt: BBK „Sirenen“, „Cell Broadcast: Entwarnung“, BBK-Pressemitteilung (11/2025), „Wann und wovor warnen deutsche Behörden?“, Bundesregierung (9/2026).
Häufige Fehler
- Nur auf das Handy setzen. Ohne Strom und Netz keine Handy-Warnung, keine App, kein Internetradio.
- Die niedrigste Warnstufe abschalten – dann fehlt auch die Entwarnung.
- Systemupdates aufschieben. Ältere Software empfängt Cell Broadcast womöglich nicht.
- In der Warn-App nur den aktuellen Standort nutzen und Wohnort, Schule oder Eltern nicht abonnieren.
- Bei Sirenenalarm 110 oder 112 anrufen, um zu fragen, was los ist. Das blockiert die Leitung für echte Notfälle.
- Alle rufen sich gegenseitig an, immer wieder, statt eine kurze SMS an die Kontaktperson zu schreiben.
- Nummern nur im Handy haben. Ist der Akku leer, sind sie weg.
- Kein Radio im Haus – oder eins, das nur an der Steckdose läuft.
- Gerüchte weiterleiten, bevor man die Quelle geprüft hat.
- Nach der Entwarnung sofort alles abhaken. Folgen und neue Warnungen sind möglich.
- Funkgeräte kaufen, aber keinen Kanal verabreden und die Batterien leer im Schrank lassen.
Checkliste
- Handy-Systemupdates installiert
- Cell Broadcast an, inklusive „Gefahreninformation“
- Warn-App installiert, Benachrichtigungen erlaubt
- Orte abonniert: Wohnort, Arbeit, Schule oder Kita, Angehörige
- Kreise in Bereitsein unter „Warnungen“ gewählt
- Batterie-, Solar- oder Kurbelradio mit Ersatzbatterien
- Frequenz des lokalen Senders notiert, beim Radio
- Bedeutung der Sirenensignale allen im Haushalt bekannt
- Örtliche Sirenen und Sondersignale bei der Gemeinde erfragt
- Kontaktperson außerhalb der Region gefragt und eingetragen
- Telefonnummern auf Papier – Portemonnaie, Notgepäck, Schultasche
- Absprache „Wenn niemand erreichbar ist“ mit festen Zeiten
- Treffpunkte vereinbart
- Powerbank geladen, mit Kabel
- Hausnotruf: mit dem Anbieter geklärt, was im Stromausfall passiert
- Anlaufstelle oder Notfalltreffpunkt der Gemeinde bekannt
- Wenn vorhanden: PMR446-Funkgeräte, Kanal abgesprochen, Ersatzbatterien
- Notfallplan von Schule oder Kita erfragt
- Handy und Warn-App der Eltern geprüft
- „Radio- und Warn-Check“ gemacht, am nächsten Warntag wiederholen
Quellen
Alle Links geprüft am 5. November 2026.
- Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK): Vorsorgen für Krisen und Katastrophen – Ratgeber mit Checkliste (Stand 11/2025, 2. Auflage), https://www.bbk.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Mediathek/Publikationen/Buergerinformationen/Ratgeber/BBK-Vorsorgen-fuer-Krisen-und-Katastrophen.pdf?__blob=publicationFile&v=44
- BBK: So werden Sie gewarnt (Webseite, abgerufen 5.11.2026), https://www.bbk.bund.de/DE/Warnung-Vorsorge/Warnung-in-Deutschland/So-werden-Sie-gewarnt/so-werden-sie-gewarnt_node.html
- BBK: Sirenen (Webseite, abgerufen 5.11.2026), https://www.bbk.bund.de/DE/Warnung-Vorsorge/Warnung-in-Deutschland/So-werden-Sie-gewarnt/Sirenen/sirenen_node.html
- BBK: Cell Broadcast (Webseite, abgerufen 5.11.2026), https://www.bbk.bund.de/DE/Warnung-Vorsorge/Warnung-in-Deutschland/So-werden-Sie-gewarnt/Cell-Broadcast/cell-broadcast_node.html
- BBK: Cell Broadcast – Technische Informationen (Webseite, abgerufen 5.11.2026), https://www.bbk.bund.de/DE/Warnung-Vorsorge/Warnung-in-Deutschland/So-werden-Sie-gewarnt/Cell-Broadcast/Technische-Informationen/technische-informationen_node.html
- BBK: Cell Broadcast – Entwarnung (Webseite, abgerufen 5.11.2026), https://www.bbk.bund.de/DE/Warnung-Vorsorge/Warnung-in-Deutschland/So-werden-Sie-gewarnt/Cell-Broadcast/Entwarnung/entwarnung.html
- BBK: Cell Broadcast – Entwarnung jetzt möglich (Pressemitteilung, 25.11.2025), https://www.bbk.bund.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2025/11/pm-25-cell-broadcast-entwarnung.html
- BBK: Wann und wovor warnen deutsche Behörden? (Webseite, abgerufen 5.11.2026), https://www.bbk.bund.de/DE/Warnung-Vorsorge/Warnung-in-Deutschland/Wovor-warnen-wir-und-wann/wovor-warnen-wir-und-wann_node.html
- BBK: Warn-App NINA (Webseite, abgerufen 5.11.2026), https://www.bbk.bund.de/DE/Warnung-Vorsorge/Warn-App-NINA/warn-app-nina_node.html
- BBK: Warn-App NINA – Einstellung für iOS (Webseite, abgerufen 5.11.2026), https://www.bbk.bund.de/DE/Warnung-Vorsorge/Warn-App-NINA/Einstellungen-iOS/einstellungen-ios.html
- BBK: Bundesweiter Warntag (Webseite, abgerufen 5.11.2026), https://www.bbk.bund.de/bundesweiter-warntag
- BBK: Emergency information sources for international visitors in Germany (Webseite, abgerufen 5.11.2026), https://www.bbk.bund.de/EN/International-Visitors/international-visitors_node.html
- BBK: Neuer BBK-Ratgeber gibt Orientierung in unsicheren Zeiten (Pressemitteilung, 13.10.2025), https://www.bbk.bund.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2025/10/pm-13-neuer-ratgeber.html
- BBK: Stromausfall – Vorsorge und Selbsthilfe (Broschüre, abgerufen 5.11.2026), https://www.bbk.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Mediathek/Publikationen/Buergerinformationen/stromausfall-vorsorge-selbsthilfe.pdf?__blob=publicationFile&v=11
- BBK: Vorsorge und Handeln bei Stromausfall (Webseite, abgerufen 5.11.2026), https://www.bbk.bund.de/DE/Warnung-Vorsorge/Vorsorge/Stromausfall/stromausfall_node.html
- Presse- und Informationsamt der Bundesregierung: Bundesweiter Warntag – Fragen und Antworten (Stand 21.9.2026), https://www.bundesregierung.de/breg-de/service/fragen-und-anworten/bundesweiter-warntag-2383690
- Deutscher Wetterdienst (DWD): Warnstufen und Farbskala (Webseite, abgerufen 5.11.2026), https://www.dwd.de/DE/wetter/warnungen_aktuell/kriterien/warnstufen.html
- Bundesnetzagentur: Technische Richtlinie DE-Alert, Ausgabe 1.1 (Stand 23.11.2022), https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Downloads/DE/Sachgebiete/Telekommunikation/Unternehmen_Institutionen/Anbieterpflichten/OeffentlicheSicherheit/DEAlert/Downlaod_TR-DE-Alert_1.1_Final.pdf?__blob=publicationFile&v=1
- Bundesnetzagentur: Allgemeinzuteilung von Frequenzen zur Nutzung durch Geräte geringer Reichweite (SRD), Vfg. 91/2025 (November 2025), https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/Telekommunikation/Frequenzen/Allgemeinzuteilungen/_DL/vfg91_2025.pdf?__blob=publicationFile&v=3
- Bundesnetzagentur: Amateurfunk (Webseite, abgerufen 5.11.2026), https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/Telekommunikation/Frequenzen/SpezielleAnwendungen/Amateurfunk/start.html
- Electronic Communications Committee (ECC/CEPT): ECC Decision (15)05 – PMR 446 (3.7.2015, geändert 2.3.2018), https://docdb.cept.org/download/1491
- Kreis Gütersloh: Cell-Broadcast-System – Einstellungen auf iPhone und Android (Merkblatt, 12/2022), https://www.kreis-guetersloh.de/themen/bevoelkerungsschutz/katastrophenschutz/bevoelkerungswarnung/cell-1.pdf?cid=1dc6
- Stadt Münster, Feuerwehr: Warnung der Bevölkerung (Webseite, abgerufen 5.11.2026), https://www.stadt-muenster.de/feuerwehr/warnung.html
- Stadt Münster, Feuerwehr: Was tun im Notfall? (Webseite, abgerufen 5.11.2026), https://www.stadt-muenster.de/feuerwehr/katastrophenschutz/was-tun-im-notfall
- Stadt Nürnberg: Stromausfall (Webseite, aktualisiert 3.9.2026), https://www.nuernberg.de/internet/notfallvorsorge_katastrophenschutz/stromausfall.html
- Land Berlin, Bevölkerungsschutz: Standorte der Katastrophenschutz-Leuchttürme (Webseite, abgerufen 5.11.2026), https://www.berlin.de/bevoelkerungsschutz/warnung-und-information/katastrophenschutz-leuchttuerme/
- Land Berlin, Bevölkerungsschutz: Informationen zu Vorsorge und Verhalten bei Stromausfall (Webseite, abgerufen 5.11.2026), https://www.berlin.de/bevoelkerungsschutz/notfallvorsorge/stromausfall/artikel.1653256.php
- Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin: Katastrophenschutz-Leuchttürme (Kat-L) im Bezirk (Webseite, abgerufen 5.11.2026), https://www.berlin.de/ba-friedrichshain-kreuzberg/politik-und-verwaltung/service-und-organisationseinheiten/katastrophenschutz/artikel.1663279.php
- Innenministerium Baden-Württemberg: Notfalltreffpunkte für die Bevölkerung in Baden-Württemberg (Pressemitteilung, 14.9.2022), https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/notfalltreffpunkte-fuer-die-bevoelkerung-in-baden-wuerttemberg-1
- Verbraucherzentrale Bundesverband: Was tun bei Stromausfall? Gut vorbereitet und richtig handeln (Stand 19.01.2026), https://www.verbraucherzentrale.de/energie/was-tun-bei-stromausfall-gut-vorbereitet-und-richtig-handeln-116320
- Government of Canada: Make an Emergency Plan (Stand 12.9.2025), https://www.canada.ca/en/services/policing/emergencies/preparedness/get-prepared/make-plan.html
- Federal Emergency Management Agency (FEMA) / Ready: Family Communication Plan (Vorlage, ohne Datum; bereitgestellt vom New Jersey Office of Emergency Management), https://www.nj.gov/njoem/plan-prepare/pdf/FEMA_family_communication_plan.pdf
- UK Government, Be Ready: Phone and broadband outages (Webseite, abgerufen 5.11.2026), https://beready.campaign.gov.uk/be-informed-about-hazards/phone-broadband-outages/
- UK Government, Be Ready: Power cuts (Webseite, abgerufen 5.11.2026), https://beready.campaign.gov.uk/be-informed-about-hazards/power-cuts/
- GOV.UK: About Emergency Alerts (Webseite, abgerufen 5.11.2026), https://www.gov.uk/alerts